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Internationaler Währungsfonds

Abkürzungen: IWF

Der Internationale Währungsfonds (engl.: International Monetary Fund, IMF) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Er ist eine Schwesterorganisation der Weltbank-Gruppe und hat seinen Sitz in Washington D.C., USA.

Hintergrund

Der IWF hat derzeit 185 Mitgliedsländer, deren Stimmrecht sich nach ihrem Kapitalanteil bemisst. Die Stimmanteile der wichtigsten Mitgliedsstaaten betragen: USA 16,7 Prozent, Japan 6,24 Prozent, Deutschland 5,81 Prozent, Frankreich 4,29 Prozent, Vereinigtes Königreich 4,29 Prozent. Die 27 EU-Mitglieder verfügen über insgesamt 30,96 Prozent der Stimmen; die 17 Euro-Staaten über 22,43 Prozent. Einige Beschlüsse im IWF müssen mit einer Mehrheit von 85 Prozent getroffen werden. Die USA verfügen damit de facto über eine Sperrminorität.

Geschichtliche Entwicklung

Der IWF wurde am 22. Juli 1944 durch eine internationale Übereinkunft gegründet und nahm im Mai 1946 seine Arbeit auf. Sie erfolgte aufgrund der Beschlüsse der Konferenz in Bretton Woods, einer Kleinstadt im US-Bundesstaat New Hampshire. Diese für den Wiederaufbau des Weltwirtschaftssystems entscheidenden Verhandlungen dauerten vom 1. bis zum 22. Juli 1944.

Aufgaben und Ziele

Der IWF vergibt unter bestimmten Auflagen befristete Kredite an Mitgliedstaaten, die unter Zahlungsbilanzproblemen leiden. Bedingungen für die Gewährung von Krediten sind zum Beispiel: Kürzung der Staatsausgaben, niedrige Inflation, Steigerung des Exports, sowie die Liberalisierung des Bankenwesens. Die den Staaten auferlegten Bedingungen in Form von Strukturanpassungsprogrammen können zum Beispiel Privatisierung von öffentlichen Einrichtungen wie Sparkassen, Elektrizitäts- und Wasserversorgung, Telekommunikation usw. sowie Entlassung von bestimmten Gruppen von Mitarbeitern vorsehen. Darüber hinaus unterstützt der IWF Entwicklungsländer in Afrika, Asien und Südamerika bei der Erarbeitung von Wachstums- und Wohlstandkonzepten und fördert diese durch direkte Geldhilfen der gebenden Mitgliedsländer. Ebenso wie die Kreditvergabe ist auch die Entwicklungszusammenarbeit oft an Bedingungen der Good Governance (Korruptionsabbau, Demokratie, …) und der Liberalisierung gekoppelt.

Zu den Zielen gehören unter anderem:

  • Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik
  • Stabilisierung von internationalen Finanzmärkten
  • Förderung nachhaltiger Entwicklungshilfeprojekte
  • Ausweitung des Welthandels
  • Vergabe kurzfristiger Kredite zum Ausgleich von Zahlungsbilanzdefiziten

Kernaufgabe des IWF ist es, die makroökonomische Stabilität in seinen 185 Mitgliedstaaten und in der Weltwirtschaft insgesamt zu fördern. Er untersucht unter diesem Blickwinkel regelmäßig die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Mitgliedstaaten und zeigt dabei gegebenenfalls Risiken auf. Bei Zahlungsbilanzkrisen kann der IWF finanzielle Hilfe in Form von Krediten leisten. Er vereinbart dabei mit dem betreffenden Mitgliedstaat zugleich wirtschafts- und finanzpolitische Maßnahmen, die eine dauerhafte Rückkehr zu einer stabilen Lage unterstützen sollen.

Entscheidungen des IWF werden vom IWF-Stab unter Leitung des Geschäftsführenden Direktors vorbereitet und vom Exekutivdirektorium gebilligt. Geschäftsführende Direktorin ist derzeit Christine Lagarde. Deutschland ist einer der wichtigsten Anteilseigner des IWF und wirkt über einen deutschen Exekutivdirektor an den Entscheidungen dieses Gremiums mit. Grundsatzentscheidungen werden vom Gouverneursrat des IWF und vom International Monetary and Financial Committee getroffen, die bei den Herbst- und Frühjahrstagungen von IWF und Weltbank zusammenkommen.

Innerhalb der Bundesregierung ist das Bundesministerium der Finanzen für den IWF federführend. Die deutschen Botschaften verfolgen die Vereinbarung und Umsetzung von IWF-Programmen vor Ort.

 

Quellen:

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