EuGH, Rs. 53/76 v. 3.2.1977 - Anker-Uhren


EuGH, Urteil v. 3.2.1977, Rs. 53/76, Slg. 1977, 197 - Procureur de la Republique, Besancon / Bouhelier und andere


EWG-Vertrag, Art. 34
LEITSÄTZE:

DIE AUSDRíœCKE ' ' MENGENMÄSSIGE AUSFUHRBESCHRÄNKUNGEN ' ' UND ' ' MASSNAHMEN GLEICHER WIRKUNG ' ' IN ARTIKEL 34 EWG-VERTRAG SIND SO ZU VERSTEHEN , DASS SIE AUF DIE REGELUNG EINES MITGLIEDSTAATS ANWENDBAR SIND , DIE NUR FíœR DIE AUSFUHR BESTIMMTER WAREN EINE LIZENZ ODER ABER STATTDESSEN EIN PRíœFUNGSZEUGNIS VORSCHREIBT , WELCHES VERWEIGERT WERDEN KANN , WENN DIE QUALITÄT NICHT BESTIMMTEN NORMEN ENTSPRICHT , DIE DIE STELLE AUFSTELLT , WELCHE DAS ZEUGNIS ERTEILT ; DIES GILT AUCH DANN , WENN DIESES ZEUGNIS GEBíœHRENFREI IST .

GRíœNDE:

1 DAS TRIBUNAL CORRECTIONNEL BESANCON HAT MIT URTEIL VOM 19 . MAI 1976 , IN DAS REGISTER DER KANZLEI DES GERICHTSHOFES EINGETRAGEN AM 28 . JUNI 1976 , GEMÄSS ARTIKEL 177 EWG-VERTRAG EINE FRAGE ZUR AUSLEGUNG VON ARTIKEL 34 EWG-VERTRAG VORGELEGT .

2/5 EIN FRANZÖSISCHES GESETZ ( NR . 48-1228 VOM 22 . JULI 1948 ) REGELT DIE RECHTLICHE STELLUNG DER CENTRES TECHNIQUES INDUSTRIELS , DEREN ZWECK ES INSBESONDERE IST , DIE QUALITÄT IN DER INDUSTRIE ZU SICHERN . DURCH EINE IN ANWENDUNG DIESES GESETZES ERLASSENE MINISTERIELLE VERORDNUNG VOM 22 . APRIL 1949 IST DAS CETEHOR GENANNTE CENTRE TECHNIQUE DE L ' INDUSTRIE HORLOGERE , EINE ÖFFENTLICHE ANSTALT , ERRICHTET WORDEN . ZU DEN AUFGABEN DES CETEHOR GEHÖRT DIE QUALITÄTSKONTROLLE BEI ZUM EXPORT BESTIMMTEN UHREN UND UHRWERKEN MIT ANKERHEMMUNG . ZWEI BEKANNTMACHUNGEN FíœR EXPORTEURE DES MINISTERIUMS FíœR FINANZEN UND WIRTSCHAFT VOM 30 . OKTOBER 1962 UND 24 . NOVEMBER 1964 SCHREIBEN FíœR DIE AUSFUHR DIESER UHREN UND UHRWERKE EINE LIZENZ VOR , ES SEI DENN ES HANDELT SICH UM ARTIKEL , FíœR DIE EIN VON DEM CETEHOR ERTEILTES PRíœFUNGSZEUGNIS VORLIEGT , WELCHES DANN DIE AUSFUHRLIZENZ ERSETZT .

6/7 AUS DEM VORLAGEURTEIL ERGIBT SICH , DASS DIE ANGEKLAGTEN BESCHEINIGUNGEN DES CETEHOR íœBER DIE KONTROLLE VERFÄLSCHT UND MIT HILFE DIESER VERFÄLSCHTEN PAPIERE UHREN MIT ANKERHEMMUNG IN ANDERE MITGLIEDSTAATEN EXPORTIERT HABEN . DIE ANGEKLAGTEN HABEN SICH ZUR ERKLÄRUNG DIESER FÄLSCHUNGEN DAHIN EINGELASSEN , DASS DIE MIT DER AUSSTELLUNG DIESER ZEUGNISSE VERBUNDENEN VERZÖGERUNGEN DER ZUEGIGEN ABWICKLUNG DES HANDELSVERKEHRS ENTGEGENSTíœNDEN .

8 IN DIESER TATSÄCHLICHEN UND RECHTLICHEN LAGE HAT DAS TRIBUNAL CORRECTIONNEL DIE FOLGENDE FRAGE VORGELEGT :

' ' SIND DIE AUSDRíœCKE MENGENMÄSSIGE AUSFUHRBESCHRÄNKUNGEN UND MASSNAHMEN GLEICHER WIRKUNG IN ARTIKEL 34 EWG-VERTRAG SO ZU VERSTEHEN , DASS SIE AUCH AUF EINE GESETZLICHE REGELUNG EINES MITGLIEDSTAATS ANWENDBAR SIND , DIE FíœR DIE AUSFUHR BESTIMMTER WAREN EINE LIZENZ ODER ABER STATTDESSEN EIN PRíœFUNGSZEUGNIS VERLANGT , WELCHES GEBíœHRENFREI IST UND VERWEIGERT WERDEN KANN , WENN DIE QUALITÄT NICHT BESTIMMTEN NORMEN ENTSPRICHT , DIE DIE STELLE AUFSTELLT , WELCHE DAS DIE LIZENZ ERSETZENDE ZEUGNIS ERTEILT?

' '

9 DIE VORLAGEFRAGE GEHT ZUNÄCHST DAHIN , OB DAS VERLANGEN NACH EINER LIZENZ FíœR DIE AUSFUHR EINES IN EINEM MITGLIEDSTAAT HERGESTELLTEN ERZEUGNISSES IN EINEN ANDEREN MITGLIEDSTAAT EINE MENGENMÄSSIGE BESCHRÄNKUNG ODER EINE MASSNAHME GLEICHER WIRKUNG DARSTELLT .

10/11 ARTIKEL 34 BESTIMMT , DASS ' ' MENGENMÄSSIGE AUSFUHRBESCHRÄNKUNGEN SOWIE ALLE MASSNAHMEN GLEICHER WIRKUNG . . . ZWISCHEN DEN MITGLIEDSTAATEN VERBOTEN ( SIND ) ' ' . DIE ALLGEMEINE FASSUNG DES IN DIESER BESTIMMUNG NIEDERGELEGTEN GRUNDSATZES UND DIE AUSLEGUNG , DIE IHM BISHER SCHON GEGEBEN WORDEN IST , LASSEN DEN SCHLUSS ZU , DASS NATIONALE RECHTSVORSCHRIFTEN IM INNERGEMEINSCHAFTLICHEN HANDEL DAS ERFORDERNIS VON AUSFUHRLIZENZEN AUCH NICHT ALS MITTEL DER QUALITÄTSKONTROLLE AUFRECHTERHALTEN DíœRFEN .

12 IN IHREM ZWEITEN TEIL GEHT DIE FRAGE DAHIN , OB EINE QUALITÄTSKONTROLLE DURCH EINEN MITGLIEDSTAAT , VERBUNDEN MIT DEM VERBOT DER AUSFUHR DER ERZEUGNISSE , DIE DEN NORMEN DER NATIONALEN REGELUNG NICHT ENTSPRECHEN , ALS EINE MENGENMÄSSIGE AUSFUHRBESCHRÄNKUNG ODER EINE MASSNAHME GLEICHER WIRKUNG ANGESEHEN WERDEN KANN .

13/15 EINE POLITIK DER QUALITÄTSKONTROLLE DURCH EINEN MITGLIEDSTAAT DARF SICH , SO WíœNSCHENSWERT SIE AUCH SEIN MAG , IM GEBIET DER GEMEINSCHAFT NUR SOLCHER MITTEL BEDIENEN , DIE MIT DEN GRUNDPRINZIPIEN DES VERTRAGES IM EINKLANG STEHEN . EINE REGELUNG DER HIER FRAGLICHEN ART IST MIT DIESEN ANFORDERUNGEN NICHT VEREINBAR . DIE ZWINGEND VORGESCHRIEBENEN QUALITÄTSNORMEN GELTEN NUR FíœR ZUM EXPORT BESTIMMTE ERZEUGNISSE UND BRAUCHEN FíœR ERZEUGNISSE , DIE IN DEM MITGLIEDSTAAT SELBST IN DEN HANDEL KOMMEN , NICHT BEACHTET ZU WERDEN . DARAUS ERGIBT SICH EINE WILLKíœRLICHE UNGLEICHBEHANDLUNG ZWISCHEN DEN GENANNTEN ERZEUGNISSEN , DIE EINE UNTER ARTIKEL 34 EWG-VERTRAG FALLENDE SCHRANKE FíœR DEN INNERGEMEINSCHAFTLICHEN HANDEL SCHAFFT .

16/17 AUSSER IM FALLE DER IM GEMEINSCHAFTSRECHT VORGESEHENEN AUSNAHMEN STEHT DER EWG-VERTRAG SOMIT DER ANWENDUNG NATIONALER RECHTSVORSCHRIFTEN ENTGEGEN , WELCHE DAS ERFORDERNIS VON AUSFUHRLIZENZEN ODER ÄHNLICHEN NUR FíœR DEN EXPORT VORGESCHRIEBENEN VERFAHREN AUFRECHTERHALTEN ; DIES GILT ETWA FíœR PRíœFUNGSZEUGNISSE , WELCHE MASSNAHMEN GLEICHER WIRKUNG WIE MENGENMÄSSIGE BESCHRÄNKUNGEN SIND , SOWEIT SIE GEEIGNET SIND , DEN INNERGEMEINSCHAFTLICHEN HANDEL UNMITTELBAR ODER MITTELBAR , TATSÄCHLICH ODER POTENTIELL ZU BEHINDERN . DERARTIGE MASSNAHMEN SIND UNABHÄNGIG VON ALLEN ERWÄGUNGEN íœBER DAS DAMIT VERFOLGTE ZIEL VERBOTEN .

18 AUF DIE VORLAGEFRAGE IST SOMIT ZU ANTWORTEN , DASS DIE AUSDRíœCKE ' ' MENGENMÄSSIGE AUSFUHRBESCHRÄNKUNGEN ' ' UND ' ' MASSNAHMEN GLEICHER WIRKUNG ' ' IN ARTIKEL 34 EWG-VERTRAG SO ZU VERSTEHEN SIND , DASS SIE AUF DIE REGELUNG EINES MITGLIEDSTAATS ANWENDBAR SIND , DIE NUR FíœR DIE AUSFUHR BESTIMMTER WAREN EINE LIZENZ ODER ABER STATTDESSEN EIN PRíœFUNGSZEUGNIS VORSCHREIBT , WELCHES VERWEIGERT WERDEN KANN , WENN DIE QUALITÄT NICHT BESTIMMTEN NORMEN ENTSPRICHT , DIE DIE STELLE AUFSTELLT , WELCHE DAS ZEUGNIS ERTEILT ; DIES GILT AUCH DANN , WENN DIESES ZEUGNIS GEBíœHRENFREI IST .

KOSTEN:

19/20 DIE AUSLAGEN DER REGIERUNG DER FRANZÖSISCHEN REPUBLIK UND DER KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN , DIE ERKLÄRUNGEN VOR DEM GERICHTSHOF ABGEGEBEN HABEN , SIND NICHT ERSTATTUNGSFÄHIG . FíœR DIE BETEILIGTEN DES AUSGANGSVERFAHREN IST DAS VERFAHREN EIN ZWISCHENSTREIT IN DEM VERFAHREN VOR DEM TRIBUNAL CORRECTIONNEL BESANCON . DIE KOSTENENTSCHEIDUNG OBLIEGT DAHER DIESEM GERICHT .

AUS DIESEN GRíœNDEN

TENOR:

HAT

DER GERICHTSHOF

AUF DIE IHM VOM TRIBUNAL CORRECTIONNEL BESANCON MIT URTEIL VOM 19 . MAI 1976 VORGELEGTE FRAGE FíœR RECHT ERKANNT :

DIE AUSDRíœCKE ' ' MENGENMÄSSIGE AUSFUHRBESCHRÄNKUNGEN ' ' UND ' ' MASSNAHMEN GLEICHER WIRKUNG ' ' IN ARTIKEL 34 EWG-VERTRAG SIND SO ZU VERSTEHEN , DASS SIE AUF DIE REGELUNG EINES MITGLIEDSTAATS ANWENDBAR SIND , DIE NUR FíœR DIE AUSFUHR BESTIMMTER WAREN EINE LIZENZ ODER ABER STATTDESSEN EIN PRíœFUNGSZEUGNIS VORSCHREIBT , WELCHES VERWEIGERT WERDEN KANN , WENN DIE QUALITÄT NICHT BESTIMMTEN NORMEN ENTSPRICHT , DIE DIE STELLE AUFSTELLT , WELCHE DAS ZEUGNIS ERTEILT ; DIES GILT AUCH DANN , WENN DIESES ZEUGNIS GEBíœHRENFREI IST .